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Der Raum, in dem ich mich befinde, hat einen Funktionswechsel erfahren; von der Abschußbasis nuklearer Marschflugkörper hin zum Experimentierfeld bildnerischer Formulierungen. Malerei ist eine Reflektionsform, die zu Erkenntnissen führt, ohne das Korsett der Sprache zu haben. Das Licht ist ihr Material. Dort, wo es auftaucht, entsteht Malerei. Es läßt sich nicht illustrieren, sondern entwickelt sich in der räumlichen Bewegung der Farbe. Farbtemperaturen bilden das Spannungsfeld zur Bildebene. Bilder sind "Lichtkatalysatoren" geistiger Reflektion. Malerei ist kein Problem von Sujet, Bildhaftigkeit, Abbild oder Illusion.

Mit der Wahl extremer Formate stellt sich die Frage  nach dem Wahrnehmungsmodus. Ein Hochformat tritt einem anders entgegen als ein Querformat. Die Frage nach diesem "Anders" und seine Auswirkung auf die Licht-Raumbeziehung sind ein Thema meiner Richtscheite. Die Richtscheite werden in horizontaler Lage aktiviert. Farbbewegungen werden beschleunigt und die Farbausdehnung im Raum nimmt zu. Durch die horizontale Hängung des Körpers entwickelt sich die plastisch-skulpturale Kraft des Bildes.

Zu dem Enstehungsprozess: "Was man nicht erfliegen kann, muß man erhinken." Der Hinkende ist sich des Bodens nicht sicher und in Orientierungsnöten. Er ist sich ständig bewußt über seine Bewegung im Raum. Die Frage nach dem Raum und der Zeit wird in der Suche nach den Orthogonalen immer neu formuliert. Die Bewegung ist das Verbindende, oder zumindest ist sie notwendig, um Zeit und Raum wahrzunehmen. Bewegung bedeutet nicht nur die unbeweisbare physikalische, sondern geistiges Sein.

(Georg Schmidt, November 1997)

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